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Welche Fragen werden in Beratungsgesprächen häufig gestellt (FAQs)?

Im Laufe eines Jahres f√ľhren wir zahlreiche Beratungsgespr√§che mit Rehabilitanden durch. Dabei werden sehr oft die gleichen Fragen gestellt. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir f√ľr Sie auf dieser Seite zusammengefasst.

Ihre Frage ist nicht dabei? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf!

Sprechen Sie zun√§chst mit einem Arzt / einer √Ąrztin. Lassen Sie sich bescheinigen, dass Sie Ihre aktuelle T√§tigkeit nicht mehr aus√ľben k√∂nnen. Mit diesem Attest k√∂nnen Sie sich bei der Agentur f√ľr Arbeit / Arbeitsagentur oder Rentenversicherung beraten lassen. Im Falle eines Unfalls, kann Ihnen die Unfallversicherung weiterhelfen. Mit einer Beratung erhalten Sie einen √úberblick √ľber Ihre M√∂glichkeiten.

Eine berufliche Rehabilitation, auch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben genannt, m√ľssen Sie beantragen. Dazu wenden Sie sich an die Agentur f√ľr Arbeit / Arbeitsamt, das Jobcenter oder die Rentenversicherung. Im Rahmen des Antragsverfahrens m√ľssen Sie nachweisen, dass Sie durch Krankheit oder Behinderung nur eingeschr√§nkt arbeiten k√∂nnen. Sprechen Sie deshalb zuerst stets mit einem Arzt / einer √Ąrztin.

Nein, der Grad der Behinderung (GdB) ist kein Grundkriterium. Abh√§ngig von der Art und Schwere der Behinderung kann dieser aber ein Merkmal f√ľr die eingeschr√§nkte Arbeitsf√§higkeit sein. Ein Ziel der beruflichen Rehabilitation ist, unter anderem drohende Behinderungen zu vermeiden. Folglich k√∂nnen auch Nicht-Behinderte Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beantragen.

Die Rehabilitation soll laut Gesetz die ‚ÄěBeeintr√§chtigung der Erwerbsf√§higkeit‚Äú beseitigen beziehungsweise das ‚Äěvorzeitige Ausscheiden aus dem Erwerbsleben‚Äú verhindern oder hinausschieben. Darum haben Leistungen zur Rehabilitation immer Vorrang vor der Zahlung einer Rente wegen verminderter Erwerbsf√§higkeit. Nur wenn eine Rehabilitationsleistung dieses Ziel voraussichtlich nicht erreichen wird, kann eine vorzeitige Rente gezahlt werden. Im Interesse aller Versicherten gilt deshalb der Grundsatz ‚ÄěReha vor Rente‚Äú.

Nein, Beratungen zur Teilhabe am Arbeitsleben k√∂nnen Sie jederzeit nutzen. Sie sind kostenfrei. Auch haben Sie die freie Wahl, welche Beratungsstellen Sie aufsuchen. Da das geltende Recht bundesweit gleich ist, spielt zudem der Ort keine Rolle. H√§ufig wird eine Voranmeldung per Telefon oder Mail gew√ľnscht. So k√∂nnen sich Berater besser auf Sie einstellen.

Ab wann eine Ma√ünahme zur beruflichen Reha beginnen kann, h√§ngt von vielen Faktoren ab. Die Wartezeiten k√∂nnen zwischen mehreren Wochen und wenigen Monaten ab Antragsdatum liegen. Die Vollst√§ndigkeit aller eingereichten Unterlagen sowie die Einhaltung von Terminen und Fristen kann die Wartezeit verk√ľrzen.

Grunds√§tzlich sollte Ihre Erwerbsf√§higkeit wegen Krankheit oder k√∂rperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung erheblich gef√§hrdet oder gemindert sein. Dazu sollten die Ma√ünahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben daf√ľr sorgen, dass 

  • eine Minderung der Erwerbsf√§higkeit voraussichtlich abgewendet werden
    oder
  • die Erwerbsf√§higkeit gebessert oder wiederhergestellt werden kann
    oder
  • die Erwerbsf√§higkeit erhalten werden kann.

Wirklich wichtig ist aber auch, dass Sie sich selbst gesundheitlich dazu in der Lage sehen, eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben effektiv nutzen zu k√∂nnen. 

Das hängt von der Schwere und Dauer der Erkrankung ab. Fehlen Sie nur wenige Tage, ist das Ziel der Reha-Maßnahme eventuell nicht gefährdet. In dem Fall setzen Sie nach Ihrer Genesung Ihre Reha-Maßnahme fort. Dauert Ihre Erkrankung länger und/oder hat einen schwereren Verlauf, ist eventuell das Maßnahmeziel in Gefahr. In dieser Situation wird in Absprache mit dem zuständigen Kostenträger eine Lösung gefunden. Es ist entweder möglich, die Maßnahme zu pausieren, nach Abbruch neu zu beginnen oder eine neue Alternative zu wählen.

Einen LTA-Antrag stellen Sie bei Ihrem zust√§ndigen Reha-Kostentr√§ger. Das k√∂nnen die 

  • Agentur f√ľr Arbeit / Arbeitsagentur, 
  • das Jobcenter, 
  • Ihre Rentenversicherung oder 
  • die Unfallversicherung / Berufsgenossenschaft 

sein. Wer f√ľr Sie zust√§ndig ist, erfahren Sie auf Anfrage. Weiter Informationen erhalten auch auf den Internetseiten der Reha-Kostentr√§ger. 

Die Kosten f√ľr Ma√ünahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben tragen die Beh√∂rden oder Versicherungen, die Ihnen den sogenannten ‚ÄúReha-Bescheid‚ÄĚ ausstellen. Das sind in der Regel auch diejenigen, bei denen Sie den Antrag gestellt haben. Es k√∂nnen auf Anfrage auch Kosten √ľbernommen werden, die mit den beruflichen Reha-Leistungen in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Hierzu z√§hlen u.a. Kosten f√ľr Unterkunft und Verpflegung, sofern eine Unterbringung au√üerhalb des eigenen Haushalts n√∂tig ist (z.B. unzumutbar weiter Anfahrtsweg).

Wurde Ihr LTA-Antrag abgelehnt, haben Sie das Recht innerhalb der genannten Frist (regul√§r 4 Wochen) schriftlich einen begr√ľndeten Widerspruch einzulegen. Bevor Sie in Widerspruch gehen, sollten Sie jedoch das gesamte Antragsverfahren pr√ľfen. Wurde der Reha-Antrag korrekt ausgef√ľllt? Erf√ľllen Sie alle Kriterien und Voraussetzungen, die f√ľr eine berufliche Reha notwendig sind? Wurden alle Fristen und Termine eingehalten?

Nach Bewilligung einer Reha-Ma√ünahme k√∂nnen Sie √úbergangsgeld beantragen. Das √úbergangsgeld zahlt der zust√§ndige Reha-Kostentr√§ger. Es ist ein Ausgleich f√ľr fehlendes Einkommen. Wie viel √úbergangsgeld Sie bekommen, h√§ngt von Ihrem vorherigen Einkommen und Ihrer Familien-Situation ab. Es betr√§gt 68 Prozent des letzten Netto-Einkommens, wenn Sie keine Kinder mit Anspruch auf Kindergeld haben. Wenn Sie mindestens ein Kind mit Anspruch auf Kindergeld haben, betr√§gt es 75 Prozent des letzten Netto-Einkommens.

  • √úbergangsgeld wird in der Regel f√ľr die Dauer der beruflichen Rehabilitation bezahlt, maximal sechs Wochen. 
  • Sind Sie im Anschluss an eine erfolgreiche abgeschlossene Ma√ünahme zur Teilhabe am Arbeitsleben weiter arbeitslos, kann das √úbergangsgeld bis zu drei Monate weitergezahlt werden. 
  • W√§hrend einer Wiedereingliederung im Anschluss an eine medizinische Rehabilitation oder bei Arbeitsunf√§higkeit l√§uft die Zahlung weiter. 
  • Mit dem Abschluss der Wiedereingliederung endet der Anspruch, sp√§testens aber mit einer Arbeitsaufnahme.

In diesem Fall k√∂nnen Sie beim Jobcenter Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beantragen. Nach dem 2. Sozialgesetzbuch haben Erwerbsf√§hige Anspruch auf Arbeitslosengeld II (Regelbedarf, Bedarfe f√ľr Unterkunft und Heizung, eventuelle Mehrbedarfe) erg√§nzend zu ihrem Einkommen, wenn ihr anrechenbares Einkommen und Verm√∂gen nicht ausreicht, um davon die genannten Bedarfe zu decken.

Ma√ünahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben k√∂nnen grunds√§tzlich in einer Einrichtung der beruflichen Rehabilitation wie dem Berufsf√∂rderungswerk und anderen Bildungstr√§gern durchgef√ľhrt werden. Je nach Inhalt k√∂nnen die Ma√ünahmen teilweise oder vollst√§ndig in Pr√§senz an einem Reha-Standort oder digital in einem virtuellen Raum stattfinden. H√§ufig ist aktuell ein Mix aus Pr√§senz und virtueller Schulung zu finden.

Die Dauer der Reha hängt u.a. vom angestrebten Ziel, den Inhalten, dem Umfang und der Mitwirkung aller Beteiligten ab. Sie kann von mehreren Monaten bis zu einigen Jahren dauern. Über die individuelle Laufzeit Ihrer beruflichen Rehabilitation kann Sie Ihr Reha-Berater informieren. Näheres ist auch dem Reha- oder Maßnahmebescheid zu entnehmen.

Die Fahrtkosten tr√§gt der Reha-Kostentr√§ger, sprich die Beh√∂rde oder Sozialversicherung, die Ihnen den Reha-Bescheid ausgestellt hat. Es gibt verschiedene Verfahren und M√∂glichkeiten. Grunds√§tzlich werden Bewilligung, H√∂he, Dauer und Zahlweise vom Reha-Kostentr√§ger entschieden. H√§ufig soll die g√ľnstigste und effektivste Methode zum Erreichen der Reha-Ma√ünahme gew√§hlt werden.

Ja, auch in einem ruhenden Arbeitsverhältnis kann ein LTA-Antrag gestellt werden. Das ist vor allem dann zu empfehlen, wenn durch einen Wechsel der Tätigkeit beim bestehenden Arbeitgeber eine Arbeitslosigkeit verhindert werden kann. In diesem Fall wäre das Ziel der beruflichen Rehabilitation die sogenannte innerbetriebliche Umsetzung.

Nein, es gibt keine Altersgrenze f√ľr Umschulungen. Nicht das Alter ist ausschlaggebend, sondern es sind die Gr√ľnde, die f√ľr eine Umschulung sprechen. Sie wollen und k√∂nnen den Umschulungsberuf tats√§chlich bis zur Altersrente aus√ľben? Sie st√∂rt es nicht, 2 Jahre einen neuen Beruf zu erlernen ‚Äď gemeinsam mit wesentlich j√ľngeren Menschen? Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie die Praktikums- und Abschlusspr√ľfung bestehen? Dann k√∂nnen Sie zum Beispiel auch mit 50+ noch eine Umschulung absolvieren. Eine Entscheidung dar√ľber trifft letztendlich der Reha-Kostentr√§ger.

Der Unterschied zwischen einer beruflichen und medizinischen Reha ist, dass eine berufliche Reha keine medizinische Behandlung vorsieht, sondern vielmehr beruflich orientierte Unterst√ľtzungsangebote (Umschulung, Integrationsleistungen, Weiterbildungen, Gr√ľndungszusch√ľsse bei Verwirklichung einer Selbst√§ndigkeit etc.). Eine medizinische Reha sieht dagegen eine rein medizinische Behandlung der Erkrankung und Behinderung in einer station√§ren oder ganzt√§gig ambulanten Rehabilitationsleistung in einer hierf√ľr speziell ausgerichteten Rehaklinik vor. Oft wird hierbei im Rahmen der medizinischen Reha ein Bedarf zur Durchf√ľhrung einer beruflichen Reha festgestellt, die im Anschluss eingeleitet werden kann.

Im Rahmen des Dispositionsrechts k√∂nnen Sie frei bestimmen, ob Sie eine berufliche Rehabilitation beantragen und wenn ja, wie diese gestaltet wird. Dazu geh√∂rt auch das Recht, diesen Antrag zu widerrufen ‚Äď das Widerrufsrecht. Beh√∂rden oder Sozialversicherungen k√∂nnen Sie aber auch zur Reha-Antragstellung auffordern. In diesem Fall wird Ihr Dispositionsrecht eingeschr√§nkt. Das hei√üt, Sie haben eingeschr√§nkt Einfluss auf das weitere Verfahren. Zum Beispiel k√∂nnen Sie dann Ihren Antrag nur noch mit Zustimmung der auffordernden Beh√∂rde bzw. Sozialversicherung zur√ľckziehen.

Haben Sie Ihre Antwort gefunden? Wenn nicht, hilft Ihnen das Lexikon zur Beruflichen Teilhabe von REHADAT (ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln)

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Wiebke Wendt

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